Elbspitze 2015 – Einmal Dresden -Speikkogel nonstop

Die Elbspitze ist nun schon wieder viel zu lange her, die Anmeldung und Streckenpräsentation für 2015 ist nur noch zwei Wochen hin – hier mal endlich meine Leidensgeschichte:

Der Körper ist vollständig erholt, Zeit um das ganze nochmal Revue passieren zu lassen, die rosarote Brille aufzusetzen, den FB-Beitrag vom Tag danach zu lesen und die SMS während der Pausen an meinen Bruder bzw. meine Freundin nochmal zu lesen. Von Bekannten, wurde ich schon mehrfach darauf angesprochen, so dass viel berichtet wurde.

Im Vorfeld bin ich ja schon öfter und viel lange Touren gefahren. Die bisherige Krönung war für mich die Fichkona 2014, 600km in knapp über 20h mit einem unglaublichen 34er Schnitt. Einer Gruppe, die super harmonierte und Spass machte. Dass danach der Schwierigkeitsgrad wieder etwas angehoben werden musste, war für mich klar, so langsam will ich mich in Richtung des ersten 1000er Tasten.

Aus etwas anheben wurde dann ein massiver Sprung nach oben. Aus 601km mit ca. 3.500 hm wurden knapp über 700km mit 10.500hm. Aus 20h Bruttofahrzeit wurden etwa 32h. Eine Zeitspanne, die ich „wach“ bisher nur bei durchtanzten Nächten erlebt habe und eben nicht bei massiver körperlicher Belastung. Das ganze schon vorher im Kopf visualisiert – ich hatte, ehrlich gesagt, die Hosen gestrichen voll. Immerhin war trockenes Wetter angesagt, entspannte 38° wurden es in Tschechien. Perfektes Wetter um Rennrad zu fahren. Nicht! Jeder normale Mensch wäre im Pool gelandet. Gut, nicht normal zu sein.

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Nach einer Recht kurzen Nacht standen wir dann Freitagmorgen um kurz nach vier in Dresden an der Frauenkirche. 20 Menschen mit Rädern, diverse Autos mit den Betreuern und ein paar Dresdner Biker, die uns noch ein Stück begleiteten. Briefing durch den Chef Ekki, die obligatorische Runde um die Frauenkirche und erstaunlich pünktlich, gegen fünf Uhr morgens, rollten wir entspannt aus Dresden raus. Das Garmin zeigte noch keine sonderlich hohen Geschwindigkeiten an, ich sortierte mich ins vordere Mittelfeld und versuchte den Kopf von der bevorstehenden Aufgabe frei zu räumen. Es rollte gut und flüssig, bis zur ersten Bergwertung. Lass die anderen spielen, dachte ich mir. Nach nicht einmal 100km wollte ich noch nicht zu viel Gas am Berg geben und rollte recht entspannt mit dem „Gruppetto“ die Baukahre hoch. Bergwertung zwei und drei, alle noch vor der ersten Pause bei Kilometer 155 nahm ich ähnlich in Angriff. Oben wurde immer gesammelt, kurz ins Auto gegriffen (Bananen, Wasser, Riegel… der Körper braucht ja Treibstoff).

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Nach der Pause ging es straight auf die Mittagsstunde zu. Die Temperaturen waren schon länger über meinem Wohlfühlbereich. Das ging nicht nur mir so, so wirklich glücklich schienen die wenigsten. Noch dazu hatten wir auf den tschechischen Straßen eher weniger Schatten. Immer schön pralle Sonne von oben und Hitze von unten, die der Asphalt abgestrahlt hat. Das führte leider zu den ersten Ausfällen, immer wieder musste Tempo rausgenommen werden, es gab extra Pausen um die Wasservorräte zu füllen. Der Blick wanderte regelmäßig von der Straße auf das Garmin. Nicht um Pace, Watt oder Puls zu checken. Eher die Uhrzeit, um nachzurechnen, wann es denn endlich kühler wird und das Thermometer mal unter die 30° Marke sinkt. Noch dazu kam, dass der zweite als Kaffeepause deklarierte Stop später als erwartet kam. Nicht gut für Kopf und Körper. Hier meldete ich mich dann auch das erste mal zu Hause.

2. Pause, war zäh… Autobahn, 37 Grad und pralle Sonne. Erste Etappe fluppte ganz gut. Garmin sagt was von 3100hm, 270km und 31,8er Schnitt – an Amrei

Halte noch ne Weile durch. Wir sind oft am liveticker. Mutti und Thomas

Wenn man so einen bekloppten Sohn hat – da bekomm ich immer noch n Kloß im Hals, wenn ich das lese. Danke für die Unterstützung.

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Es wurde wieder welliger. Und mit den Hügel kam schattenspendender Wald wieder ins Spiel. Welch ein Segen! Mittlerweile waren schon drei Mann raus. Krämpfe, Hitze, Erschöpfung. So wirklich frisch war, glaube ich niemand mehr und es war gerade mal Halbzeit. Als wir die alten Grenzstationen nach Österreich überquerten war für meinen Kopf ein wichtiger Punkt erreicht. Das war so a la „Hey du bist in Österreich, es ist nicht mehr weit, fast geschafft.“ Kopf verarscht Beine, 300km to go. Hier gabs zur Abwechslung dann auch die nächste Bergwertung, kurz vor dem Abendessen. Die üblichen Kandidaten, Sirko und Stäps stiefelten vorn weg. Die Hilde, Sam und Piegs hinterher und irgendwie war ich auch recht weit vorn im Berg dabei. Die Aussicht auf die Pause am Ende der Anstieges beflügelte auch noch. So zauberte ich noch mal etwas mehr Druck aufs Pedal und schaffte es irgendwie als vierter oben anzukommen. Erstaunlicherweise stand die Knusperhexe schon oben, ziemlich fertig, und ich fragte mich in meinem Delirium, wann der an mir vorbei ist. Ist er nicht. Nummer 5, der ausgestiegenen Fahrer.

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Die Pause, mit Nudelsuppe und wiederholten Unmengen an Wassermelone, kam gerade recht. Hinter dem Rathaus, an der Feuerwehr, mitten im Dorf. Kritisch beäugt vom Enkel der Bürgermeisterin schaufelten wir alles erdenkliche an Nahrung in uns rein. Freuten uns über die ersten festen Örtlichkeiten und kletterten nach einem Erinnerungsfoto für das Dorfblatt wieder auf unsere Räder.

Lebe noch, bergpunkte ergattert und endlich wird es kühler! –  an Mutti

Downhill bis Linz, Verfahren, kurzer Abstecher auf die Autobahn und irgendwie haben wir dann den Weg an der Donau entlang gefunden. Im Wind hat Björn seinen Dieselmotor angeworfen und zog uns vorbei an einer wunderschönen blauen Stunde in die Nacht. Dank der kühleren Temperaturen kam auch ich wieder in Schwung. Hab den Flow wiedergefunden. Die Stimmung wurde wieder besser, in den Tälern ließen sich die Gipfel links und rechts nur erahnen. Es ging immer straight dem Vollmond entgegen, der megamäßig am Himmel erstrahlte. Die nächste Bergwertung, kurz vor der Mitternachtspastaparty, wenn man in dem Zustand noch von Party sprechen kann, wurde wieder mit Druck genommen. Nach einigen Spassattacken setzten sich Sirko und Stäps wieder ab. Ich stiefelte in meinem Tempo hinterher, bis kurz der Tobs neben mir auftauchte. Das nutzte ich als Motivation, um an die beiden vorn ranzuspringen. Im nachhinen hätte ich vielleicht doch einfach vorbeiknallen sollen, es waren wieder deutlich über 340 Watt tretbar. Oben angekommen, ging es auch gleich wieder runter. Mit gut 70 Sachen, nicht unbedingt langsamer, als tagsüber. Vielleicht nicht zwingend gesund, aber geil.

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Läuft gut und mir geht’s gut. 3. an der Bergwertung eben. Beine laufen rund. Musst dir keine Sorgen machen. (ca. 23:50Uhr) – an Amrei

Es gibt Sachen, die sind einfach geil. Erst mit 300W den Berg hochknallen und dann im dusteren mit über 70 runter. Läuft grad richtig (ca. 23:50 Uhr) – an Conra

Wie man sieht, die Nacht hat mir Spass gemacht. Der Körper hat sich – soweit möglich – von den Strapazen der Hitzeschlacht am Tag erholt. Die Anstiege wurden länger, nicht unbedingt flacher und die Motivation war da. Naja, es dann Übermotivation. Die jetzt anstehende Bergwertung war als Doppelbergwertung geplant. Die leztere war die Sonderwertung Hohentauern, also dort erst sammeln und weiter. Im Anstieg zur Kaiserau hab ich frohen Mutes wohl etwas zu viel Gas gegeben, dass ich dann ab Trieben wieder zu kämpfen hatte. Ein überwiegend flacher Rollerberg, der gegen Ende den Hammer auspackt. Gegenwind, 24h wach, dunkel und allein unterwegs. Naja, irgendwann war ich oben. Passt.

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Hohentauern. Kein Bock mehr… (4:18 Uhr) – an Amrei

Lebe noch. Fahre noch. Grad Hohentauern. Dann 34km downhill zum Frühstück. (4:20 Uhr) – an Mutti

Alle wickelten sich in ihre dicken Sachen und Jacken ein und warteten auf den Rest. Kurz mal hingelegt, kein Powernap. 34km überwiegend bergab bis zum Frühstück. Das alles kurz vor Sonnenaufgang, der schlimsmten Phase, der Nacht wie ich finde, wenn man durchmacht. Kälte kriecht in alle Poren, Kopf und Körper brüllen geradezu nach Schlaf, fordern ihn für Sekundenbruchteile ein. Und wir fahren den Berg runter… Alle kämpften. Mit sich, mit der Müdigkeit, keine Ahnung wie ich das sturzfrei da runter geschafft habe. Gefühlt bin ich sehr viele Schlangenlinien gefahren.

Überlebt. Mit allen Höhen und Tiefen, Highs und Sekundenschlaf (6:05 Uhr) – an Conrad

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Zum Glück kam die Sonne raus und mit Licht und Wärme kehrten auch die Lebensgeister zurück. Die finale Pause war am Fuß des Soboth angesetzt. Dabei fuhren wir bereits einmal am Hotel und auch am Abzweig zum Speik vorbei. Mein Magen hatte unterdessen mit Sodbrennen und Übelkeit zu kämpfen. Das kannte ich bisher nur von extremer Hitze. Essen ging so gut wie nicht. Trinken so lala. Die Beine waren leer. Der Kopf war leer. Kurz gesagt, ich hatte keinen Bock mehr. Selbst bei leichtem Gefälle bergab mitzutreten tat weh. Der Entschluss reifte, den Soboth und die Weinebene nicht mehr mitzunehmen. Das wäre nochmal (so zum Vergleich), Höhenmeter wie beim Ötztaler Radmarathon und 100km vs. 20km zurück, 16km bergauf und ca. 2000hm.

Dem Magen ging es zwar urplötzlich wieder besser, aber Entscheidung ist Entscheidung. Ich hab mehr geleistet, als ich zu träumen wagte, die Option DNF war im Vorfeld viel zu präsent. Auf dem Speik mit etwas über 700km und 10.500hm zu finishen, ist auch eine unglaublich geile Leistung! Von den vieren, die die Option verkürzen gewählt haben, war ich dann auch erster oben. Dafür gibt es zwar keinen Blumentopf, aber Verpflegungschef Alex wartete mit Bier auf uns. Und was gibt es für eine bessere Motivation sich einen Berg hochzuquälen, als Bier. Noch dazu den wohl härtesten Anstieg der Alpen. 16km die eigentlich nur mit zweistelligen Prozentzahlen ansteigen. 16km auf denen Schatten ein Traum ist. 16km, die schon unglaublich anstrengend sind, wenn man am Fuß frisch losfährt. Und wir haben den Berg mit knapp 700km bzw. 760km in den Beinen platt gemacht.

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Zum Anstieg im Speik sei vielleicht noch so viel gesagt: Das Ding ist brutal. Brutal steil, brutal geil, es war brutal heiß! Die auf uns „abgestellten“ Supporter machten einen super Job, versorgten uns regelmäßig mit Wasser in den Flaschen und übergossen uns um die Körper auf Betriebstemperatur zu halten. Man schraubte sich so dermaßen schnell gen Himmel, dass jeder Moment, in dem man einen Blick ins Tal erhaschen konnte ein Träumchen war. Trotz leeren, laktatverhangenen Blick. Kurze Pause an der Koralpe und dann nochmal die letzten 300hm – die schlimmsten, anstrengensten 300hm meines Lebens.

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Mit 700km auf der kurzen Runde als erster gefinished. – komplette Familie

Bier aufm Speik und dann 18km mit 12% Gefälle runter. Ich seh schon kaputte Felgen – an Conrad

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Alle Bilder gibt es hier: https://www.flickr.com/photos/30285011@N03/albums/72157656220945691/with/19921279445/

Fatbiken Im Harz

Wenn das Internet, Größenwahn CuBe und ich Aufeinandertreffen, kann das nicht gut enden. Irgendwann im späten Herbst geisterte das everesting durch meine Twitter Timeline. Und da in der Finisherliste dieser skurrilen Idee noch nicht allzuviele deutsche Namen vertreten waren, wurde der Gedanke geboren. Ich will da rein!

Gut. Was steht hinter everesting? Das ist im Prinzip ganz simpel. Die Challenge ist:
– in einer Tour,
– an einem Anstieg,
– durch (stumpfes) hoch und runterfahren
die 8848hm des Mt. Everests zu erklimmen.

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Klingt doch soweit so einfach. Ist es aber nicht. Und um das ganze noch ad absurdum zu treiben, mussten wir uns unbedingt im Februar daran versuchen. Im Schnee. Bei Minusgraden. Und mit Fatbikes. Scheitern vorprogrammiert. Aber nichts gegen zu viel Ego oder eine etwas breitere Brust.

Am Ende sind wir mit den Fattys ganze 5 mal den Brocken hochgefahren. Das sind knapp 3000hm gewesen und etwa 109km. Das ganze bei herrlichem Winterwetter. Denn die Gegend rund um schierke präsentierte ein winterwonderland – das hätte für mindestens zwei Wochenenden gereicht. Leider haben wir am Samstag dann auch noch etwas verpennt und saßen erst kurz nach acht und nicht schon um sieben auf den Rädern und so stand die Sonne schon etwas höher.

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Die ersten zwei Auffahrten waren auch noch sehr ruhig. Die erste Brockenbahn kam so gegen 10 oben an. Und mit ihr gefühlte Millionen Fußgänger, die die Straße zur Fußgängerzone erklärten. Dazu ein Haufen Bilder von uns schossen, über die Räder staunten und uns gelegentlich anhielten und ausfragten. Der nicht vorhandene Zeitplan geriet so immer mehr in Verzug.

Kurz nachdem ich den Brockenstein dann das vierte mal abklatschte (die Fußgänger standen Schlange um sich davor zu fotografieren) riss mir dann auch noch die kette. Shit. Motivation am Ar***und so langsam ist auch noch das Wetter umgeschwungen. Nach dem Motto: Kettenfrei und Spass dabei habe ich irgendwie runtergeschafft und die Zwangspause zum aufwärmen und Bilder sichten in der Pension genutzt. CuBe hatte glücklicherweise noch ein passendes Kettenschloss dabei. Das Rad konnte also gefixt werden und so ging es direkt wieder hoch. Das letzte mal. Das wussten wir da aber noch nicht. Etwa auf 850hm waren die Wolken dann so dicht, dass die Wassertröpfchen direkt auf Kleidung, Helm und Brille gefroren sind. Bergauf. Bei 6km/h. Dazu stürmte es ganz nett auf dem Gipfel (15kg bepacktes Fatbike wehten umher). Das ganze ist bergan nicht kritisch, bei Tempo 50 bergab ist so eine eingeschränkte Sicht aber ziemlich unschön.

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So haben wir die Vernunft der Unvernunft vorgezogen und sind nach heißer dusche in die brockenstube eingefallen. Der Wirt hat uns auch noch wiedererkannt, als die zwei Typen mit den komischen Rädern. Gab dann einen schierker Feuerstein aufs Haus, für unsere Verrücktheit.

Am Sonntag gab’s dann noch eine entspannte runde und ein wildes hin und her. Irgendwie haben wir es geschafft, bekannte aus dem ibc zu treffen und sind mit denen umhergecruist. Leider waren sie etwas schmal bereift und so waren die Wege etwas eingeschränkt… 

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Abschließend kann ich sagen – everesten ist bei mir sicherlich drin.  An Motivation und Kraft fehlt es nicht unbedingt. Allerdings habe ich für mich aus der Aktion ein paar wichtige Ideen mitgenommen, für den nächsten Anlauf. Und der kommt. So sicher wie das Amen in der Kirche.

Noch ein paar Stat’s zum Wochenende:
Ca. 182km
Ca. 4.400hm
Im Schnitt etwa – 5°C
Die odlo wintermützen stoßen bei Tempo 50 um – 9°C an ihre Grenzen.

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2015, Saisonplanung Elbspitze und so

Neues Jahr, neue Runde, neues Glück.

Die Kilometerzähler haben wir alle genullt, Stunden mit Techtalk und Berichten mit anderen Bikern verbracht,  Kalender mit Daten gefüttert, der Herzdame freie Wochenenden abgequatscht und schlussendlich Trainingspläne gebastelt und Startgelder überwiesen.

Kurz, die kommende Saison ist schon so gut wie vorbei. Und hat noch nicht einmal so richtig begonnen.

Für mich heißt das dieses Jahr wieder alles auf eine Karte. Alles auf ein Event. Wieder nach dem Prinzip „höher, schneller, weiter“. Obwohl, schneller wird es wohl höhenmeterbedingt nicht. Denn davon  stehen gleich 12.000 bei der elbspitze im Weg. Und genau die sind es, die mich aktuell mit dem Ritzelrechner spielen und diverse Bikeshops wälzen lassen.

Die knapp 800km die zwischen Hohenmeter 0 an der Elbe und dem Gipfel am Ende der Speikogelumrundung stehen machen mir zurzeit noch weniger Sorgen. Das kann ich. Das habe ich mit den gut 600km der Fichkona letztes Jahr schon gezeigt. Da wäre auch (im Nachhinein betrachtet) noch etwas Luft nach oben gewesen. Aber da ging es auch tendenziell eher bergab. Die Ausläufer des Erzgebirges und Wellen on Mecklenburg ließen sich recht easy wegtreten. Aber beim Frankenwald Radmarathon bin ich dann doch teilweise an technische und körperliche Grenzen gestoßen. Die Übersetzung war zu fett und kostete auf Dauer zu viel Energie.

Und nun geht es straight in die Alpen. Mit Standardkurbel und kurzem Schaltwerk? Das wäre ziemlich bescheuert, findet ihr nicht?

Also stehen zwei Optionen im Raum.

1. mittellanges Schaltwerk mit 32er Ritzel. Hat jemand Pizza bestellt? Da rebelliert meine innere Stylepolizei.

Okay, viele Pro’s fahren mittlerweile auf den harten Bergetappen so ein Setup. Vorwiegend, weil sie wohl nicht auf die Vorzüge des 53er (plus) Kettenblatts verzichten wollen. Aber trotzdem…

2. Eine Kompaktkurbel muss her. So mit einer 52/36 oder so. Da wäre auch in der Ebene noch genug bumms da. Und den anderen wird nicht schwindelig, wenn sie deine Trittfrequenz beobachten. Gleichzeitig kann man auch noch mit schonenden Frequenzen die Berge in Angriff nehmen.

Noch bin ein ich ratlos. Zum einen, welche Variante das Budget mehr schont. Und was langfristig mehr Sinn macht.

Wozu tendiert ihr? Was würdet ihr umbauen? Was ist praktikabler… Nicht ist Zeit. Ich bin dann erstmal trainieren. Und bei den Berliner Sixdays.

CrossleyCat – Veloheld CCC #5.1

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Alle Jahre wieder und fast schon Tradition, veranstaltet Veloheld aus Dresden eine kleine Crossserie. Im letzten Jahr durch die Berichte vom Lars angefixt habe ich mich dann dieses da angemeldet. Die Crosssaison ist ja schon ganz gut losgegangen, mit dem Rapha Supercross, einem Lauf der Offroadserie und Co.

Sonntag ging es dann (für einen Sonntag) unglaublich früh zum Zug um halbwegs pünktlich am Treffpunkt zu sein. Um 11:00 versammelte sich gut die Hälfte in der Dresdner Neustadt am Alaunplatz um gemeinsam, vom Light-Wolf geführt, zum Start der CrossleyCat zu fahren. Anmeldung, Konterbier oder – Glühwein und bald ging es zur Einführungsrunde. Okay, das war vielmehr ein Vorstellen der sechs Checkpoints die in den Hellerbergen eingerichtet wurden. Zurück am Sandhügel, der Start und Ziel markierte, wurde dann die Rennmethode final erklärt:

Ihr habt alle einen Zettel am Rad. Da ist der erste Checkpoint vermerkt, zu dem ihr müsst. Dort erwürfelt ihr den nächsten, wo es hingeht und immer so weiter. 17 mal würfeln, 18 mal fahren und wer zuerst einen fertig ausgefüllten Zettel herbringt, hat gewonnen. So weit, so klar? Achso, wer den Checkpoint erwürfelt, an dem er grad steht, bekommt eine Strafaufgabe.

3 – 2 – 1 – LOS!

Und schon rannten gefühlte 90 Leute einen Sandhügel runter, griffen nach Zettel und Rad und ballerten kreuz und quer durch den Park. Irgendwie habe ich trotz mangelnder Ortskenntnis alle Checkpoints immer wieder gefunden, die erwürfelt wurden. Mal mit Hilfe der anderen Teilnehmer, mal mit Hilfe der Karte, öfter durch Zufall. Aber Spaß hats gemacht. Ziemlich viel.

Ruhe vor dem Sturm!

Attacke!

Der erste Plattfuß wurde noch schnell geflickt, der zweite dann nicht mehr. Immer bei der Anfahrt des gleichen Checkpoints. Egal. Den Stempel hab ich mir noch abgeholt und bin dann gemütlich zum Ziel gewandert. Da wartete schon Lars. Und noch vier Kästen Vier-Vogel-Pils. Bierchen, dumm quatschen und die Meute beobachten, wie sie kreuz und quer an uns vorbei schossen. Bis zur Siegerehrung.

Bisschen angepisst, aber lachen ging schon wieder!

Trotz DNF war es eine coole Veranstaltung, die ich so in keinster Weise missen möchte.

Disclaimer: alle Bilder wurden mit freundlicher Unterstützung vom Lars von llamaracing.de geklaut😉

Fichkona 2014

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Leichte Selbstzweifel rollen auf meinem geliebten Focus Izalco mit an an den Start. Soll ich es wirklich wagen, in der Gruppe 1 vom Fichtelberg zum Kap Arkona zu fahren? Auf der Website des Veranstalters wurde eine angepeilte durchschnittsgeschwindigkeit von 32+x km/h angegeben. Sowie eine Bruttofahrzeit unter 21 Stunden und sehr kurze Pausen.

Quelle: fichkona-sports.de

Quelle: fichkona-sports.de

Bei der Anmeldung im November hatte ich diese Aufstellung der Fahrzeiten und Geschwindigkeiten nicht gefunden. Daher hatte ich eher konservativ geschätzt und Gruppe 3 gewählt (28-30km/h). Schon bei der Trainingsplanung mit Ralf und im Training merkte ich aber, dass eigentlich ein Start in Gruppe 2 (30-32km/h) wesentlich realistischer ist. Für Ralf galt nur Gruppe 1 – also stand ich nun da. Mit dem Geläut der Friedensglocken und einem laut heruntergezähltem Countdown wurden alle 185 Starter der 4 „normalen“ und der Expressgruppe in die Spur geschickt. Während sich die Expresstruppe schon im Anstieg absetzte, rollten wir, leicht eingebremst von den Begleitfahrzeugen den Fichtelberg hinab. Bis Kilometer 40 wurde das gesamte Feld noch geschlossen gehalten – erst dann erfolgte eine Teilung für die Durchfahrt durch Chemnitz. Da jetzt nur noch Gruppe 1 und 2 beisammen war, wurde vorn gleich mal etwas stärker an der Kette gezogen. Das zerriss hin und wieder das Feld und führte (zumindest in Gruppe 2, wie ich bei einem Bekannten gelesen habe) zu den ersten Ausfällen und Gruppenwechseln.

Quelle: fichkona-sports.de

Quelle: fichkona-sports.de

Bei der ersten Rast, nach etwa 100km erfolgte dann die endgültige Gruppenteilung. Ich fühlte mich gut. Sehr gut. Und war heiß drauf weiter zu fahren! Die Gruppe hat sich auf dem Weg zur zweiten Rast sehr schnell gefunden. Die Leistungsdichte war erstaunlich homogen, es wurde zivilisert gefahren und man konnte sich, ohne große Bedenken, nach der Führung an das Ende der Gruppe fallen lassen. Hier wurden auch die letzten wirklichen Hügel geglättet, bevor es in das flache Brandenburg ging und die Roleure auspackten. Es wurde sportlich, ohne wirklich sportlich zu wirken. Die Anzeige am Garmin pendelte sich stets zwischen 37 und 40 km/h ein. Locker pedalierend und erzählend erreichten wir so Michendorf. Zu meiner Freude warteten hier Sonja und Alex. Zum Fichkona-Flair schnuppern und motivieren. Eine trockene Regenjacke (für das Worst-Case-Szenario) hatten sie mir auch noch mitgebracht. Die vielen warmen, trockenen Kleidungsstücke musste Alex gar nicht erst aus dem Kofferraum holen. Ich hatte mich ja in Gedanken schon auf wesentlich mehr Regen eingestellt, der dann dankbarer weise spät und nicht so stark einsetzte.

Fichkona Pause Potsdam

Quelle: fichkona-sports.de

An der Rast lief alles grundsätzlich nach dem gleichen Prozedere. Rad abstellen, Flaschen füllen, essen, trinken, Riegel greifen, evtl. an das Gepäck aus dem Begleitfahrzeugen. Zwischendurch rief meistens die Betreuercrew schon „Noch 5 min bis Weiterfahrt!“ – ernsthaft, gefühlt standen sie mit einer Stoppuhr daneben. Das hatte den, wie ich finde, durchaus positiven Nebeneffekt von sehr kurzen Standzeiten. Man kühlte kaum aus, die Beine wurden nicht schwerer, als sie eh schon waren und das weiterfahren tat so auch nicht unbedingt mehr weh, als nötig.

Potsdam wurde kurzerhand mit grüner Welle durchquert. 2 Polizeimopeds vorneweg und im Unterlenker mit 40 Sachen ging es durch Brandenburgs Hauptstadt. Verdutzte Autofahrer, vereinzelt anfeuernde Passanten und schon war alles wieder vorbei.

Und jetzt kam der Teil, vor dem ich ziemlich Respekt hatte. Es wurde langsam dunkel. Und es ging nach Nordbrandenburg und Mecklenburg Vorpommern. Mit anderen Worten, bis zur Ostsee sehen Sie links und rechts ganz viel nichts. Und dunkel ist es auch noch. Zu allem Überfluss fing es dann auch noch an zu regnen. Das wiederum habe ich begrüßt, denn Regen bei Nacht hält wach. Das kann aber auch eine Eigenart oder Vorliebe von mir sein. Oder so ähnlich. Die Dunkelheit hatte zumindest auch so ihre Vorteile. Die B96 von Berlin Richtung Stralsund ist schnurgerade. Ich hasse schnurgerade Straßen. Auf dieser schnurgeraden B96 waren dann auch noch ein paar Höhenmeter versteckt. Fand ich gut, dass man das nicht gesehen hat. Man dachte ja eh fast nur noch von Führung zu Führung.

Fichkona Gruppe bei Nacht

Quelle: fichkona-sports.de

Im Feld wurde es auch ruhiger. Die zurückgelegte Strecke merkten alle mittlerweile in den Beinen und im Kopf. Mit vereinzelten Scherzen und nicht mehr ganz so viel Zug auf der Kette waren wir dann Punkt 4 Uhr Morgens über den Damm. Kurz wollte der Kopf anmelden „geschafft!“ Aber noch waren es gute 70 Kilometer bis zum erlösenden Leuchtturm. Also wieder aufs Rad, nochmal kurz verfahren, eine Pause und weiter mit Vollgas gen Norden. Das ganze hat auch wirklich nur 2h12min gedauert. Fragt nicht wie, auf den letzten 30km haben wir den Tacho wieder deutlich an die magische 40km/h Marke getrieben, das Feld zerlegt und uns den Rest gegeben. War doch kein Rennen, oder? Die magnetische Wirkung des Ziels war auf jedenfall da.

Um 6:12 MEZ haben war dann das erlösende Zielbanner durchquert. Nur kurz haben wir leere Blicke ausgetauscht. Zielsprint? Kommt, wir haben die letzten 601km zusammen zurückgelegt, wir finishen auch zusammen!

Für Datenjunkies und diejenigen, die überlegen mitzufahren – hier meine Stravadaten: http://www.strava.com/activities/160073324

Offroadserie – Part 1

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Als Wintertraining habe ich mir dieses Jahr vorgenommen, mir regelmäßig mächtig laktat in die Beine zu schießen und die kotzgrenze auszutesten. Was wäre dafür besser geeignet als Cyclocrossrennen. Mit der Offroadserie in und um Berlin stehen dafür sechs Trainingsrennen auf dem Plan, die es in sich haben.

Der erste Lauf fand am letzten Sonntag in Potsdam am Brauhausberg statt. Ein knapp 2km langer Parcours mit hohem trailanteil. Für mich, noch recht ungeübten und unerfahrenen Crossfahrer, eine kleine Herausforderung. Das Startfeld der Jedermänner meiner Altersklasse (Männer) umfasste etwa 20 bis 30 Leute. So genau war es nicht zu überblicken, da wir fast zeitgleich mit den Senioren losgeschickt wurden. Fast zeitgleich (also offiziell ein E Minute später) aber etwas chaotisch, da die beiden Startblöcke unsortiert da standen und es hieß „dann fahrt halt los!“

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Aufgrund des chaotischen Starts war ich von Anfang an, gefühlt sehr weit hinten im Feld. Der Trailanteil half nicht unbedingt dabei, sich nach vorne zu arbeiten, ohne unnötiges Risiko einzugehen. Zumal Leute vor mir waren, die die Strecke noch nicht abgefahren sind und somit die Runde nutzten um sich zu orientieren. Erst als daran ginge, dem Brauhausberg das erste mal zu erklimmen gab es Möglichkeiten zum überholen. Am Ende bin ich dort ganze sechs mal hoch, einmal schiebend. Normalerweise ist das auch eine downhill Strecke.

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In Runde zwei hat mich der Verlust der Kette kurz zurückgeworfen. In Runde vier mal es zum Traktionsverlust am Hinterrad und ich landete etwas unsanft auf dem Waldboden. Trotzdem habe ich mich durchgekämpft. Eine sonderlich gute Platzierung wurde es aber nicht (die Ergebnislisten sind auch noch nicht online). So wurde das ganze unter Erfahrung sammeln und Techniktraining verbucht. Persönliche Defizite konnte ich auch ausmachen.

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Jetzt heißt es erholen, Wunden lecken und weiter trainieren. Der nächste Lauf kommt und der wird garantiert nicht einfacher.

Rapha Supercross in München

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In Amerika sind Cyclocrossrennen im Sommer, oder zumindest bei gutem Wetter, mittlerweise Gang und Gebe. In Europa dagegen ist es eine Randgattung des Radsport, die überwiegend im Winter und in Belgien praktiziert wird. Dabei sind die Rennen wahre Volksfeste. Wie so ziemlich jedes Rennen in Belgien. Es gibt Bier und Fritten, die komplette Strecke ist mit Menschen gesäumt und die Stimmung ist super. Die Saison geht aber auch hier nur von September bis März.

Mit der Rapha Supercross Serie, die weltweit für Jedermänner und -frauen ausgetragen wird, kommt nun ein bisschen mehr von dem Flair auch nach Deutschland. Und, dass kann man vorwegnehmen, es wurde super angenommen!

Das Rahmenprogramm des Rapha Supercross umfasste neben den Jedermannrennen und den Crossrennen für die Senioren und Mastersklassen (mit Lizenz) auch die Finalläufe des MtB-Isarcups. Die Läufe der Kids konnten wir beim Einschreiben beobachten. Bis zum Start, der wegen der Siegerehrungen etwas nach hinten verschoben wurde, konnte man sich die Zeit wunderbar bein Crema Cycles/Enve oder Rapha an den Messeständen vertreiben. Oder sich schonmal die Strecke anschauen. Die war zwischen den einzelnen Rennen für ein freies Training geöffnet.

Ein paar Runden auf der Strecke mussten reichen. Sich jetzt schon kaputt fahren macht ja auch keinen Sinn. Zum Glück klarte der Himmel endlich auf und der von den Wetterfröschen versprochene Spätsommer verbrachte mit uns einen wunderbaren Nachmittag. Bei Kaffee, Bier und Kettengesprächen wurde das Lizenzrennen beobachtet. Und das so ausgiebig, dass ich mich fast zu spät im Startblock einfand. Ganz hinten, der Countdown der letzten 20s wurde bereits heruntergezählt. Und ab!

40min im Tunnel, beschleunigen, abbremsen, treten, abspringen, rennen, aufspringen… und irgendwie fuhr ich am halben Feld vorbei. Nicht immer ganz einfach oder ungefährlich, denn allzu breit war die Strecke nicht. Die Münchener Vertretung der Suiciycle-Crew und die Guten Biken Crew sorgten für eine ziemlich fette Stimmung. Es war immer wieder eine Freude an euch vorbei zu fahren. Die Tequilelane, eine Möglichkeit Abkürzung, der Preis war ein Tequilashot, wurde im Rennen gemieden. Irgendwie gegen die Ehre! Auch wenn ich da nochmal ein paar Plätze gut gemacht hätte. Aber es ging mir um den Spass, nicht um das Ergebnis!

Und den Spass hatte ich. Im Rennen und auch nach dem Rennen. Ich hab noch viele tolle Leute getroffen, einige Bier und Tequila vernichtet und frage mich bis jetzt, wie ich es unfallfrei auf den Olympiaberg geschafft hab. Der Sonnenuntergang war aber toll anzusehen.

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LE Biketour 2014

Nach der äußerst verregneten LE Biketour im vergangenen Jahr, war ich nicht der einzige, der sich gesagt hat: „Das muss auch in schön gehen!“ Schon am Start liefen mir die ersten bekannten Gesichter über den Weg. Einige davon sehe ich in nicht ganz 4 Wochen auf dem Fichtelberg.
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Dieses Jahr bin ich ja direkt aus einem kleinen „Trainingslager“ (vorranging etwas Radfahren, einarmiges Halbliterreißen und Spass haben) im Fichtelgebirge angereist. Der Versuch, sich die Beine nicht allzu dick zu fahren gelang auch so halbwegs. Dafür war ich aber schon bei der Anreise recht müde und ein wenig unmotiviert. Der Kaffee und sehr nette Nachmittag mit Ron bei seinen Freunden in Leipzig hob die Stimmung bei mir sehr. Danke Jungs!

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Hellwach und Top motiviert. Leider nicht.

Die Wetteraussichten waren großartig. Einzig etwas kalt sollte es in der Nacht werden. Das wäre nicht weiter ein Problem gewesen. Aber immer schön im Rekom-Puls rumgurken führt nun nicht gerade dazu, dass einem von innen heraus warm wird. Körperspannung und Aufmerksamkeit bauten auch mit der Zeit ab. Bei der Rast in Storkow musste dann erstmal Kaffee rein. Ich trug auch schon den Gedanken mit mir umher, einfach in Berlin auszusteigen. Ein Motivationstief vor dem Herren! Blöd nur – der Wohnungsschlüssel war in der Hose, die Hose in Leipzig – also doch nochmal zurück.
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In Berlin angekommen machten alle das obligatorische Selfie vor dem Brandenburger Tor. Einzig die mitfahrenden Berliner saßen auf den Oberrohren und lächelten müde vor sich her. Kennen wir doch – fahren wir fast jeden Tag durch. Doch genau das ist es, was viele der älteren Teilnehmer immer wieder mitfahren lässt. Das Brendenburger Tor und einmal da durch fahren. Vor 25 Jahren haben sie nur davon geträumt.

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Da sonst eher selten die Chance ist - Selfie am Brandenburger Tor

Gruppenfoto und weiter ging die „wilde“ Fahrt in den Tag. Irgendjemand meinte, die Frühstückspause wäre dann so 1:30h vom Brandenburger Tor aus. Am Ende waren es ganze 2:30h. Man merkte, wie die Mitfahrer um einen herum alle in sich ruhten, konzentriert, gerade aus zu fahren. Die Müdigkeit schlug bei vielen durch. Noch dazu die mentale Effekt, einfach mal eine Stunde länger zu fahren, als gedacht. Viele hatten für die „kurze Strecke“ keinen Riegel weiter eingesteckt. Das rächte sich dann ein wenig. Lieber Veranstalter – Kommunikation! Merklich wurde es im ganzen Feld auch meditativer. Jeder ruhte in sich, konzentrierte sich und kämpfte gegen die Müdigkeit.

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Nimm Essen mit, wie fahren durch Brandenburg

Der Weg quer durch Brandenburg wurde zu einer mentalen Herausforderung. Wind von der Seite und mal von vorne, plattes Land und immer weiter weg vom eigenen Bett. Immerhin schien die Sonne. Kettengespräche mit neuen und alten Bekannten vom Hallzig-Express verkürzten die Kilometer ein wenig bis zur Fähre und der Kartoffelsuppe. Fast da. Nur noch 70km – viele würden schon die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. „70km Fahrrad fahren? Du bist doch verrückt!“ Gespickt waren diese letzten Kilometer mit der ein oder anderen netten Welle und einem sehr sehr netten Anstieg. Dann nur noch fix auf die B2 und rein in die Stadt – über die sonst für Radfahrer gesperrte Rennstrecke natürlich. Warum hier im Stadtgetümmel allerdings von den Jungs vorne und den Motorradbegleitern so auf das Gas gedrückt wurde, verstehe ich nicht. Ob nun um 15:00 oder 15:10 alle Mann wieder am Völkerschlachtdenkmal sind ist doch egal. Und als Feld ankommen, anstelle einer zersprengten Masse ist doch schöner.

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Autobahnfeeling

Auch von der Angekündigten Zielverpflegung war nicht wirklich was zu spüren. Alle zog es zu ihren Familien, zum Gepäckauto und dann nach Hause. Die Ankunft auf einem teilweise besetzten Parkplatz hält halt niemanden lange vor Ort. Das wäre, wie im letzten Jahr mit Bühne und etwas Programm besser gewesen (obwohl das Wetter einen Strich durch die Rechnung machte).

Was mich im gesamten etwas störte, war die Fahrweise der Feldspitze. Vom Gefühl her (habe es leider nicht immer gesehen, da ich mich oftmals erst ab Reihe 10 oder weiter hinten aufhielt) fanden gar keine Wechsel statt. Die Tatsache, dass sich ab der Rast bei der Fähre die Begleiter vorn über das Tempo ausließen „nicht mehr ganz so schnell, Beine schon dick“ Während hinten einige starke Leute mit 100er Puls rumgurkten – einfach mal alle starken, oder die, die sich dafür halten, nach vorn und die ersten 10 Reihen sauber alle 20 Minuten wechseln lassen. Der Sicherheitsabstand zum Führungsfahrzeug war auch immer, wenn ich ihn sehen konnte, unter den 200m, die beim Briefing genannt wurden. Was folgte waren Beschleunigungs- oder Bremsarien. Aus den Kurven raus wurde so dermaßen angetreten, das es das Feld wie eine Ziehharmonika aufzog. Nur um 200m später von 35 km/h auf 25 km/h abzubremsen, weil irgendwo ein Loch aufklaffte. Konstantes fahren war irgendwie auch nicht möglich. Wahrscheinlich weil das Führungsfahrzeug oft so dicht dran war. Der eine unschöne Sturz im Feld hätte auch vermieden werden können. Handzeichen waren nicht klar (rief doch tatsächlich einer zu mir, sag was, wenn das Feld vor dir raus nimmt. Handzeichen und gut. Und das kam!). Die Kommunikation zwischen Feldspitze und -ende, sowie den Begleitfahrzeugen lief letztes Jahr gefühlt sehr viel besser. Ich denke mir, wir hätten bestimmt auch gut eine Stunde schneller sein können, ohne körperlich mehr kaputt zu sein. Ob diese Stunde dann für mehr Pausen genutzt wird (was nicht nötig wäre) oder einfach für ein vorbereitetes Programm im Ziel oder für einfach früher da sein ist ja egal.

Klassenfahrt 2.0

Neues Jahr, neue Leute, gleiche Pension. Juhuu, es geht wieder mit dem Höhenpunkt ins Funkloch.

Doch dieses mal hatte Wirt Mario die Rechnung mit 20 Radsportlern gemacht und W-Lan installiert. Ausreichend Bier hatte er auch schon kaltgestellt, so dass der erste Abend nach einer etwas nassen Kullerrunde so, wie es draußen auch war. Feucht.

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Am Ende haben wir alle über den Berg bekommen.

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Frisch gestärkt und voller Elan ging es dann Freitag auf abtrocknenden Straßen los. Zwar waren alle Garmingeräte mit den gleichen Tracks gefüttert, doch herrschte bei der Technik uneinigkeit. Die Konditorei Rappl wurde trotzdem gefunden. Bei Kaffee und Kuchen in der Sonne geklönt und die drei noch kommenden Berge wurden von einzelnen Mitfahrern dezent verdrängt (hoch mussten trotzdem alle, die Spalter wurden mit Feldwegen belohnt).

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Hier war dann für mich leider schon Ende mit der Ausflug in die Hügel. Denn Leipzig ruft und damit der Form- und Sitzfleischtest für Fichkona. Die Beine melden zwar an, dass da eine Vorbelastung war, aber frei nach unser aller Lieblingsradprofi The Jensie: „Shut up legs and do what I tell you!“ ging es Samstag Abend auf 450 nonstop Kilometer.

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