Begegnungen mit Autofahrern sind für den Teil der Bevölkerung auf zwei Rädern nicht immer von der ganz einfachen Sorte. Oftmals herrscht Unverständnis für die Fortbewegungsart des jeweiligen anderen. Heute sind mir mal wieder ein paar besonders spezielle Exemplare begegnet.

Am frühen Nachmittag, noch in Rennsportklamotten und auf dem Rennrad, ging es von Süden her gezwungenermaßen durch die Stadt. Quer durch Kreuzberg und Prenzlauer Berg. Orte in denen die Fahrradpopulation die des Autos übersteigt. Pflichtbewusst und in Gedanken an das Knöllchen, dass hier rumliegt hielten wir an den roten Ampeln. Die übermäßige Polizeipräsens aufgrund des 1. Mais unterstützte das ganze sicherlich auch noch.

Eine große Anzahl, der Eintagsradler, Dicken und Alten interessierte das aber keinen Meter. Wenn sie anhielten, dann max. 3m hinter der Haltelinie. Rammsau und Krampfadler lassen grüßen. In einem Anflug von Selbstjustiz rolle ich in solchen Fällen manchmal locker von hinten an, und frag mal, was sie sich dabei dachten. Sinnvolle Begründungen gibt es selten bis nie.

Am Nachmittag, ich wollt nur eben zum Späti Bier holen, dachte sich ein Spezialexemplar von Autofahrer „Blinken ist nicht!“ 20m vor der Ampel. Ich konnte mich nur retten, indem ich herzhaft bremste. Als ich dann mal kurz klopfte, zuckten die Insassen erstmal gar nicht und waren sich dann noch nichtmal eines Fehlers bewusst. „Haben wir sie etwa behindert?“ – Nein, sie sind nur einen halben Meter vor mir ohne Warnung auf die Spur gebogen. Von parkenden PKWs knapp neben mir mal ganz zu schweigen.

WArum ich das hier mal so aufschreibe? Naja, ich finde diese ganze Kampfradler-Debatte, die sich Herr Ramsauer ausgedacht hat, ziemlich überzogen. Klar gibt es auf beiden Seiten schwarze Schafe. Die Zahl der PKWs, die viel zu knapp überholt, kann ich täglich gar nicht zählen. Wenn er sich das nächste mal an den Straßenrand stellt, sollte er sich lieber in den Verkehr begeben und mal beobachten, was wirklich abgeht!

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