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Das letzte Jahr war ja schon mal eine Ansage an mich selbst. Mit einer Zielzeit von 4h anmelden und und 3:09 brauchen. Umso nervöser war ich dann, als ich meine Startunterlagen bekam und endlich erfuhr, in welchen Block ich darf.

B – zweiter Blcok von vorne. Uff, dachte ich da, Ansage. Der Traum, die 3 Stundenmarke und somit auch einen 40er Schnitt zu erreichen rückte in realistische Nähe.

Am Vorabend ging es trotzdem erstmal noch zur Pastaparty im Ku64 von Velodelight. Immerhin fuhr ich auch in einem Trikot davon. Und auch, wenn ich bei der Tombola kein Glück hatte, so war es doch ein netter Abend. Wann kann man schon mal in der modernsten Zahnarztpraxis Deutschlands chillen, Bierchen trinken, im Zahnarztstuhl Fußball schauen (ja, haben welche probiert)… der Ausblick von der Dachterrasse auf den Kurfürstendamm war genial. Ein paar, mir schon bekannte Gesichter des Berlin-Trikot-Teams waren da, ein paar neue und Gäste. Nicht allzuspät bin ich dann schon nach Hause und ins Bett. Die ganz harten waren noch im Asphalt-Club feiern.

Heute morgen klappte dann alles, wie letztes Jahr gut. Pünktlich wach, ausgeschlafen, essen, Kaffee, Luft nachtanken, gepackten Startbeutel greifen und auf gehts. So war ich dann auch schon kurz vor dem Start der ersten Blöcke auf der 60km Strecke da und konnte mir das Spektakel anschauen. Mit genug Zeitpolster im Nacken gings dann in den Zielbereich, Beutel abgeben, Bekannte treffen, zum Startrollen. Da traf ich mich mit Martin, mit dem ich im letzten Sommer 2 Marathons und auch dieses Jahr schon einige male gefahren bin. Wir funktionieren gemeinsam eigentlich ganz gut. Und auch wenn wir uns unterwegs hin und wieder mal verloren haben, waren wir nur wenige Sekunden im Ziel auseinander.

Am Anfang wurde dann auch gleich ordentlich Druck auf die Pedale gebracht. Wie schon beim Spreewaldmarathon prügelten wir im Wind an dass vordere Feld des B-Blocks ran, schön wechselnd. Der Rest lief dann durch. Jetzt hieß es, bloß nicht die Konzentration verlieren. Bei Tempo 40 bis 45 und mehr im großen Feld kann es schnell haarig werden.

Die erste „Schikane“, eine Kopfsteinpflasterstelle wurde nach allgemeiner Vollbremsung mit ca. 20km/h genommen. Auf der Havelchaussee wurde kurz vor den Anstiegen auch erstmal entspannt Tempo rausgenommen um dann noch langsamer hoch zu kriechen. Keine Ahnung, was da für Leute die Führungsarbeit geleistet haben, aber ich empfand es als  total dämlich!

Rückblickend hab ich dann fast nur noch grauenhafte Erinnerungen. Ca, 10 km vor Ludwigsfelde legten sich neben mir fast 2o Mann in einer Rechtskurve auf den Asphalt. Das Geräusch von brechendem Carbon einem Meter neben mir war einfach grauenhaft. Kopf aus und weiter. Mein erster Gedanke ging an Martin, den ich fast im Sturz vermutete. Kurz danach legte ich einen Stunt über eine Mittelinsel hin, da ich mich versteuerte. Später sprach mich ein Mitfahrer leicht beeindruckt drauf an, da weder mir noch dem Rad was passierte. Bis ins Ziel hab ich dann noch mind. 3 weitere Stürze in nächster Nähe erlebt. Wie zum Henker, schafft man es auf gerader Straße einfach zur Seite wegzurutschen? Vor der letzten Kurve flogen urplötzlich noch Räder durch de Luft. Ein Mitfahrer ist anscheinend mit einer Pedale auf der Mittelinsel hängen geblieben… und das im sehr unruhigen Gedränge kurz vor dem Ziel.

All in all war das ganze eine sehr unruhige Aktion. Ein Moment Unkonzentriertheit führte schnell zum Sturz. Ob ich nächstes Jahr mitfahren werde oder nicht, steht für mich noch absolut in den Sternen.

Achso. Am Ende war ich in 02:44 h und einem Temposchnitt von fast 43 km/h im Ziel. Froh, dass mir nichts passiert ist.

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