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Wenn aus einem geplanten WARP-Flug ein Blindflug wird, ist es Oktober, nass, kalt, es regnet und die Elite der Jedermänner in Deutschland trifft sich zum Finale des GCC in Münster.

Ich hatte mich mit ein paar Leuten via Twitter verabredet um an diesem Rennen teilzunehmen. Der Fun-Faktor stand im Vordergrund. Sich mal treffen,  kennenlernen, Bierchen trinken (Danke Carmen, war sehr lecker).

Schon Dienstag Mittag zog es mich also in die Bahn. In Münster angekommen ging es dann quer durch die Stadt zum abholen der Startunterlagen. Das ging problemlos. In der Mensa der Uni war genug Platz, genug junge Menschen (ich denk mal überwiegend Studenten) standen bereit um die Massen abzufertigen, die nicht da waren. Also ging ich lächelnd auf das Mädel mit den schönsten Augen zu und ließ mir die Unterlagen geben. Kurz noch bei Nutrixxion ran, 3 Riegel holen, die ich vergessen hatte und bisschen Smalltalk. Der Standbetreuer kennt doch tatsächlich das Berlin-Trikot. Und er findet es cool.

Dann hatte ich Zeit, durch die Stadt zu bummeln. Die Messe wurde noch aufgebaut. Hier mein Eindruck zu der Fahrradstadt Münster:

  1. Ja, es gibt viele Fahrräder.
  2. Es gibt auch viele Radwege und die Verkehrsführung an Kreuzungen klappt.
  3. Es fahren viele Rad, aber nicht alle fahren sicher. Einfaches Geradeausfahren scheint für viele ein Problem.
  4. Viele Radwege sind einfach schmal, und nicht 100prozentig durchdacht.

Fazit: Münster ist eine Stadt mit hohem Fahrradverkehr, bedingt durch viele Studenten und sicher auch durch die Radverrückten Holländer in der Nähe. Der Verkehrsfluss ist aber nicht ganz für den Radverkehr ausgelegt.

Noch am Vorabend traf sich das „Twit-Biker“ Team bei einem Mexikaner in der Münsteraner Innenstadt. Beschnuppern, kennenlernen und über den Plan für den nächsten Tag sprechen. Folgendes wurde ausgekaspert:

  1. Nach Möglichkeit zusammenbleiben
  2. Gesund ins Ziel kommen
  3. Schnell fahren

Treffzeit im Startblock wurde noch ausgemacht und schon ging es in die doch sehr kurze Nacht. Danke nochmal an Andreas, dass ich bei ihm schlafen konnte.

Morgens sah es dann nicht wie erhofft aus, mit dem Wetter. Der Regenradar zeigte eine kleine leichte und eine stärkere Regenfront von Westen her ankommen. Ich drücke ihn schnell weg und verdrängte das. Als es schon im Startblock anfing zu nieseln, setzten wir alle die Erwartungen runter. Der Sicherheit wegen. Nasse Straßen, Laub, stellenweise Dreck (wie der Moderator am Start verkündete) und das Wissen um die noch stärkere Regenfront ließen die Laune massivst sinken.

Pünktlich um 8:05 wurden dann die Startblöcke im 2 Minutentakt auf die Strecke geschickt. Andreas L. und ich blieben die ersten Kilometer noch zusammen, es wurde recht vorsichtig gefahren. Keiner wollte was reißen. Sicher ankommen war die Devise. Stückweise schoben wir uns links am Feld vorbei. Bei einer Autobahnbrücke sah ich dann die Chance, ein paar größere Gruppen zu überspringen und das Block-C-Feld einzuholen. Leider ging Andreas nicht mit.

Also wanderte die Kette nach rechts und ich machte weiter. Einem schnell von hinten reinrollenden Grüppchen schloss ich mich an und so wurde Fahrer um Fahrer kassiert. Mittlerweile regnete es mächtig stark. Egal. Nass waren wir ja eh schon. Nasse Straßen in Kombination mit Eisenbahnschienen wurden dann leider einigen Fahrern zum Verhängnis. Jetzt hatte sich auch das Feld soweit zerlegt, dass noch ein Grüppchen von ca. 10 Leuten übrig war. Mit den Jungs ging es dann auch fast bis ins Ziel. Es wurde zivilisiert gefahren, Wechsel klappten super. So kam es dann auch, dass, ich in Führung, wir volle Kanne am linken Straßenrand in die Bergwertung reinballerten. Mittlerweile schon weit im B-Block, ging es kurz und knackig nach oben.

Dann begann mein Kampf! Die Saubande von Fahrern, die sich stumpf bei mir und einem Triathleten in den Windschatten hängte und uns vorn arbeiten ließ. Und sich beschwerte, wenn man nach links außen Wechseln wollte. „Junge, du musst hier keine Windkante fahren!“ Sorry Keule, du hast die letzten 10 km an meinem Hinterrad gelutscht, ich bin platt, mach du auch mal was!

Irgendwann rollte auch noch ein Feld von Startern der 60km Runde von hinten in uns rein. Da konnte ich noch bis zur Ortseinfahrt Münster dranbleiben. Da es aber anscheinend die Spitzengruppe von denen war, nahm ich Druck raus. Ein Sturz samt Knochenbruch reicht im Jahr.

Münster selber war dann wieder geil! Total abgekämpft und rotzdreckig schleppte ich mich die letzten Kilometer, angefeuert von hunderten Zuschauern, war das Ziel schneller da, als ich dachte.

Und wie es dann manchmal so ist: Man fährt quer durch Deutschland und trifft Leute aus der Heimat. Und Leute mit dem gleichen Trikot! Das anschließende Twitter-Treffen war auch sehr lustig! Schön, euch alle mal getroffen zu haben. Ich hoffe, sowas können wir mal wiederholen!

Da ich noch jede Menge Zeit hatte, wanderte ich zum Prinzipalmarkt um mir von dort noch das Pro-Race anzuschauen. Immer wieder geil zu sehen, wie die sich in einem Sprintfinale formieren und auch bei widrigen Straßenbedingungen das Tempo extrem anziehen!

Schon hier ließ ich das Rennen Revue passieren. Münster, ich komme wieder. Ein liebevolles kleines Rennen. Und von meinem persönlichen Oberhammer wusste ich da noch nichts!

Noch ein paar mehr Bilder:

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