Kürzlich schrieb ich über den schon ein paar Tage zurückliegenden Laktattest. Das Ergebnis finde ich für mich Hobbysportler schon ziemlich gut. Doch dann stand die Frage im Raum, was man mit den Ergebnissen überhaupt anfangen kann/soll? Ich habe mir dann von dem gleichen Trainer (Achtung, Schleichwerbung, unbezahlt) einen Plan bis Rad am Ring schreiben lassen. Basierend auf den Ergebnissen und an Pulswerten ausgerichtet. Den arbeite ich derzeit fleißig ab und quäle mich. Mal mehr, mal weniger.

Und dann bekam ich ein Angebot von Henning. Einem mir bekannten, aktiven Radsportler. Er hat noch eine DuraAce Kurbel mit SRM-System zu Hause liegen, die er derzeit nicht braucht, und bot mir an, sie für ein paar Wochen zu nutzen. Trainieren, wie die Profis? Da sag ich nicht nein.

Doch was zählen jetzt die Werte aus dem Labor? Also raus auf die Straße, und reproduzierbare Werte erzeugen. Dafür gibt es den sogenannten FTP Test. Das Verfahren inkl. Standardwarmup schickte mir Julian per Mail und weil ich mir so ungern so lange Einheiten merke oder auf den Rahmen male, hab ich ihn kurzerhand im Trainingscenter angelegt.

Hitze, wenig gegessen, über den Tag und eine anstrengende Arbeitswoche schmälterten die Motivation ein wenig am Freitag Abend. Auch die Aussicht, lange am oberen Leistungslimit spielen zu dürfen. Trotzdem ging es raus.

Locker Warmfahren, ein paar TF-Intervalle und mal kurz im Entwicklungsbereich und knapp drüber spielen und dann war Attacke angesagt. 20min volle Power ist das eine (einfachere) Übel, 20min Strecke, möglichst ohne Bremsen, das andere (weitaus kompliziertere im Berliner Speckgürtel). Auf mir gut bekannten Strecken war ich unterwegs, immer mit leichtem Gegenwind, nach Flüssigkeit lechzend und das Trikot weit aufgerissen. Die letzten Minuten habe ich wirklich an der Kotzgrenze gearbeitet. Der Körper schrie nach anhalten, Beine und Lunge brannten. Aber der die Augen schielten auf die Stoppuhr und der Kopf war für weitermachen.

So come on body, shut up and do what I tell you!

Ziemlich fertig kam ich dann zu Hause an und war heiß auf die Daten! Die Durchschnittsleistung des 20min Intervall abzüglich 5% sollen die Schwellenleistung sein. Also in meinem Fall 299W *95% macht 285W. Trainer Julian meint, dass ist ziemlich gut. Ich denk mit, die Schwelle aus dem Laktattest in 4 Wochen um ein paar Watt gesteigert – läuft! Also weitermachen und kkurz vor Rad am Ring wiederhole ich das ganze Spiel nochmal.

(Die Auswertung von GoldenCheetah sagt übrigens, die Schwelle liegt bei 293W. Wenn ich bis RaR auf etwas über 300W komme, bin ich ganz zufrieden.)

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