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Es ist Samstag früh, 4 Uhr irgendwas. Zusammen mit Lars, Lars und Mario sitze ich in der Radmontur im Taxi. Wir fahren über die Reeperbahn. Kurz zweifel ich, denn die meisten, die dort noch unterwegs sind, sind etwa so alt wie ich. Unser Ziel ist das Fährhaus in Altengamme. Dort gibt es Frühstück und dann starten wir alle nacheinander um Richtung Berlin zu fahren. Bei nicht allzu berauschenden Wetteraussichten und mehr Gegenwind als nötig.

Toll, dass Harald uns auch wieder am Start besuchte, motivierte und fotografierte. Für seine Radsportbegeisterung so früh aufzustehen und fast eine Stunde mit dem Auto durch Hamburg zu fahren – ich dachte immer, wir Starter hätten n Ding am laufen. Um 6:42 wurde ich dann losgeschickt. Allein in die Dunkelheit. Und am ersten Kreisverkehr bin ich prompt falsch abgebogen. Das wars dann aber auch überwiegend mit der Fehlnavigation an dem Tag. Bereits auf der Elbbrücke rief es von hinten. Christian, Alex, Julia. Lars und Simon – die Berlin Pankow RAcers, mit denen ich letztes Jahr fuhr überholten mich. Das sollte heute noch öfters passieren.

Dann war erstmal wieder Ruhe. Denn schon bald fuhr ich auf den vor mir gestarteten Velolars und seinen Teamkollegen auf. Ein kurzer Kettenschnack und ich zog weiter. Die beiden fuhren mir zu ruhig. Mittlerweile hatte ich mich trotz leichten Regens und des Gegenwindes auf eine recht angenehme Reisegeschwindigkeit zwischen 28 und 30 km/h eingeschossen. Irgendwann holte ich dann die nächsten mir bekannten (oder durch Twitter bekannten) Gesichter ein. Erst tauchte Sebastian auf, dann irgendwann Gerrit und kurz vor Dömitz auch Andreas. Mit Gerrit und Andreas fuhren ich nur ein paar Kilometer. Mit Sebastian fuhr ich bis Rhinow. Oder zog ihn. Allein das wissen, dass er hinter mir war motivierte mich auf vielen Kilometern. Vielen Dank dafür, deine Begleitung und dich mal live kennen zu lernen war toll!

Die Fahrt verlief relativ unspektakulär bis dahin. Abgesehen von 2h heftigem Landregen und jeder Menge Mist, den die Bauern vom Feld auf die Straße gebracht haben, war nicht viel los. Es ging ja auch durch die mit Abstand verschlafensten Landstriche Deutschlands. Umso faszinierender finde ich es wieder, dass in einigen Dörfern Menschen mit einem Bier oder Kaffee in der Hand am Gartenzaun stehen und uns anfeuern und/oder belächeln. Uns zurufen, ihr seid aber spät dran. Und, und und… Toll, dass HHB in den 13 Jahren eine Art Zugang zu der nicht radfahrenden Bevölkerung gefunden hat.

Hinter Rhinow wurde es dann hart für mich. Ich war seit vielen Stunden wieder ganz allein. Blöderweise hab ich die Gummidupse von meinen Kopfhörern irgendwo unterwegs verloren. Also nicht einmal Musik, mit der ich mich jetzt bei Laune halten könnte. Juhuu. Hinzu kam auch noch, dass mein Körper mir langsam signalisierte, was der Kopf schon seit Stunden wusste. Ich hab zu wenig gegessen und getrunken. Zwangsbananenbefüllung und innere Schelte, nicht doch schon in Rhinow gerastet zu haben retteten mich zum Aldi in Friesack. 1l süße Schorle und herzhastes stopfte ich regelrecht in mich hinein. Dort traf ich die drei Jungs und Mädels vom FernSchnellGut Team, die ich für 2 km begleitet. Leichte Kreislaufprobleme versuchten mir Vernunft beizubringen. Klappte aber nicht lange, denn es war mir einfach zu langsam. So verabschiedete ich mich von der kurzen, aber netten Begleitung und fuhr meinen Stiefel. Bis ich ein etwa 12 Mann starkes Feld 600m vor sah. Und ich kam und kam nicht wirklich näher. Das Katz und Maus Spiel ging knapp 10km. Bis ich sie kurz vor Nauen eingeholt hatte. Meine Herren – ich durfte erstmal durchatmen. Und das Tempo war auch gesittet.

Begleitung war mir zu diesem Zeitpunkt einfach lieber, da sich, wie schon gesagt, der Kreislauf meldete. Da die Jungs unbedingt ein „Zielfoto“ am Berliner Bären am Ortseingang haben wollten und ich meine Strecke anders geplant hatte, trennten sich die Wege also bald wieder. Pünktlich zum Berliner Ortsschild sagte dann auch das Garmin „tschüss, wir sehen uns zu Hause“. Also im navigatorischen Blindflug (immer gerade aus, bis zum Bahnhof, Pitstop am Geldautomaten, Schlenker, weiter geradeaus, rechts halten, Hallo Havelchausseee, Berg hoch, da!) zum Ziel!

Mächtig erledigt kam ich an. Der permanente Gegenwind forderte Körner ohne Ende! Was die Zeilzeitaufschreiber nicht ganz verstanden („Da waren doch 200 Leute unterwegs, warum hast du dir keine Gruppe gesucht?“). Total am Ende trotte ich in die warme Halle des Horst Kober Sportzentrums, wo schon die anderen Finisher speisten, tranken und sich auf die Schultern klopften. Jubel und Applaus kam vom Tisch der Berlin Pankow Racer, die 40 Minuten vor mir ankamen (und grad mal 41min schneller waren – Jungs und Julia, ihr wart ne Gruppe, warum ging das nicht schneller?! Hätte mehr erwartet). Da bekomm ich jetzt, ne Woche später noch Gänsehaut.  Danke für den Empfang!

Es was mödermäßig anstrengend. Ich hab das mir gesteckte Zeitziel um Welten verfehlt. Ich bin mit 5 Wochen Pause auf dem Rad an den Start gegangen (unklug!). Und Es hat trotzdem wieder viel Spass gemacht, Lieber Burkhard, ich komme garantiert nächstes Jahr wieder!

Meine Stravastats: http://www.strava.com/activities/88782821
B
ilder hab ich leider keine gemacht! Burkhard vom Orgateam hat hier eine Galerie veröffentlicht:
https://plus.google.com/photos/113565840684522726999/albums/5934303168560289393
Irgendwo gibts auch noch eine von Andrea…

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