Kurz nach Rad am Ring schrieb mir Olli, mit dem ich den Paartanz auf der Havelchaussee gefahren bin, und fragte ob ich am 22.09. b einem 25km Einzelzeitfahren an der Oder mitfahren möchte. Er würde mich mitnehmen. Puh. Mein Zeitfenster ist denkbar knapp für so eine kleine Weltreise an die oder. Um 17:30 geht mein Flieger nach Köln, wählen gehen… Ach, egal. So lange kann man für 25km nicht brauchen. Die Aussicht, auf Podium fahren zu können (Insiderinfos, da er den Organisator kennt)  motivierte extra.

17 Starter fanden sich also heute vormittag auf einem Parkplatz hinterm Deich. Einige mit tiefergelegten Zeitfahrrädern, manche mit normalen Rennrädern . Ich mit meinem Alucenturion mit Aeroaufsätzen. Das gesamte Cockpit hab ich noch mal einen halben Zentimeter tiefergelegt. Bei der kurzen testfahrt fühlte es sich gut an.

Gestartet wurde pünktlich ab 12:00 im 3 Minuten Takt. Ich an Position 15.

5…4…3…2…1…LOS!

die ersten 9km Deich. Trotz einiger Kurven fast durchgehend in Aeroposition zu fahren. Knapper 43er Schnitt. Ups, wie geil ist das denn? Dann die erste ernst zu nehmende kurve und ein paar Meter kopfsteinpflaster. Und Gegenwind. Fuck. Aber Westwind war angesagt Also treten und über die dreißig meditieren. Die Straßen waren frei. Kauf  befahren. Also schön mittig und die holprigen Seiten meiden.

Bei Kilometer 15 – ist das dort schon  Felix? Eine kleiner Punkt zu sehen, aber eindeutig als zeitfahrer zu definieren. Die nächsten 5k  verbrachte ich damit, mich ranzupirschen. Im Gegenwind eine willkommene Hilfestellung für den Kopf.

Bei Kilometer 20 waren die drei Minuten zu gefahren. Nett rübergelächelt und weiter. Die nächste Rechtskurve und endlich Rückenwind. Die Geschwindigkeitsanzeige wanderte wieder deutlich Richtung 45 km/h.

Noch 5km. War der Ort vorhin auch schon da?

Noch 4 km. Ein Blick auf die Zeit – erst 32 Minuten unterwegs.

Noch 3 Kilometer – ich hasse gerade Straßen. Nicht mal Bäume stehen hier!!!

Noch zwei Kilometer – nochmal hochschalten, die 39 Minuten sind save!

Noch ein Kilometer – ich kann den (leichten) Anstieg zur Ziellinie sehen. Menschen die anfeuern.

500m –  ich kann sie hören.

Geschafft. Ausrollen. Hängen lassen. Schrei der Erlösung und ab zu  Auto. Umziehen.

Die Zeit  zur Siegerehrung verbringen wir mit Salat, Schmalzstullen und bei Gesprächen. Mein Zeitfenster wird knapper und knapper. Rennleitung, mach hinne,  ich muss los! An Ende fehlte mir nur eine Sekunde zum Treppchen. Wtf, ich könnte mir in den Allerwertesten beißen. Wo hab ich die verloren? Meine ersten Gedanken. Dann sehe ich –  Hey, die vor mir sind alle mit TT-Bikes und Scheibe hinten gefahren. Da war ich also was die Technik angeht im Nachteil. Also eine wirklich geile Zeit.

Beim nächsten mal bin ich garantiert wieder mit dabei. Und fahre um den Sieg mit. So ist das.

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