Als Radsportler wollen wir uns alle irgendwann und auf irgendeine Art und Weise miteinander messen. Sei es am  Ortsschild oder im Jedermannrennen. Letztere sind mir mittlerweile zu verkopft (nicht, dass ich Leistungsmäßig nicht vorn mithalten könnte). Aber der  Spaß soll nicht verloren gehen. Die Zusage, in einem Team bei der WorldKlapp mitzufahren war von meiner Seite also klar.

Das Rad war, wie schon geschrieben auch schnell organisiert und die erste Trainingseinheit auf der freien Rolle im Höhenpunkt in Berlin war dann auch recht schnell fällig.

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Klappte ganz gut. Ganze 10 Sekunden konnte ich mich halten. Die Brüller von Ralle und Grischa warem auf meiner Seite (sie lagen stundenlang arbeitsunfähig am Boden und hielten sich die geschundene Bauchmuskulatur).

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Mit professioneller Vorbereitung, dem in letzter Minute zusammengezimmertem Klapprad und frisch rasiert traf sich ein großer Teil des Starterfeldes schon am Samstag zu einem zünftigen Empfang des Schirmherren König Bansah von Hohoe Ghana und des ersten Vorsitzenden des  pfälzischen Klapprad Vereins. Bei einem zünftigem Berliner Buffet und ausreichend, mit Alkohol angereichertem Gerstensaft wurde die Hymne geprobt, die Konkurrenz durchleuchtet und über die richtige Übersetzung für die Merkelraute gefachsimpelt.

Samstag Mittag war es dann soweit. Ein letzter Besuch bei dem Trikotsponsor Laktat³ im Friedrichshain und anschließender Capri-Sonne stand auf dem Programm und dann ging es schon los. Die Straße des 17. Juni wurde von aberhunderten Klappradfahrern und deren Familien und Freunden aufgesucht. Moderne Räder, aus plastikähnlichem Material mit Gangschaltung wurden begutachtet und für nicht fahrtauglich befunden. Derweil prüfte die Kommission die Ordnungsmäßigkeit unserer Renngefährte.

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Unser Team DSDK – Deutschland sucht den Klapperstar (die Knie klapperten schon seit einer Woche) startete im ersten Block, gleich an zweiter Position. So war nach der Einführungsrunde nur noch kurz Zeit sich zu sammeln und los ging die wilde Fahrt. Nico haben wir leider schon recht früh aus den Schuhen gefahren. Denn trotz unterschiedlichster Übersetzungen und quasi Null Teamtraining legten wir die Kette nach rechts außen und traten was das Zeug hält. In Runde zwei versuchten wir ihn nochmal ran zu schieben – aber da war nichts machbar. Zu dritt ging die wilde Hatz in der Merkelraute weiter. Gnadenlos wurden kurven geschnitten, vorn gewechselt um den Wind mit dem wilden Gesichtsfrisuren einzuschüchtern und eine tolle Zeit herauszufahren. Die Sicherheit auf dem Renngefährt wuchs mit jedem Meter – nur die Kraft wich. Am Ende waren wir zweitschnellstes Team aus unserem Startblock und durften auf dem Podium noch lange auf Platz drei sitzen bleiben.

Aber Sport, davon haben alle ganz viel gezeigt, ist nicht alles. Bei capri-sonne und Bier wurden quer über das vorläufige Schultern und Sprüche geklopft. Von Wettkampfcharakter oder Rivalitäten war nichts zu spüren. Es wurden Bärte und Räder bewundert und mit immer neuen Leuten über Lager, Übersetzungen und die richtigen Reifen gefachsimpelt. Kontakte geknüpft und lose Verabredungen für den Kallmit-Klapprad-Cup im September getroffen.

Was mich im Nachgang beeindruckt hat, ist das gigantische Medienecho. Belächelten wir uns selbst und hatten Spaß, nahm der ein oder andere, extra angereiste Reporter unser Treiben ernst… Eine Sammlung aller Presseberichte findet ihr hier.

Eine Auswahl an allen (mir bekannten) Bildergalerien (wird stückweise ergänzt):

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