Wenn das Internet, Größenwahn CuBe und ich Aufeinandertreffen, kann das nicht gut enden. Irgendwann im späten Herbst geisterte das everesting durch meine Twitter Timeline. Und da in der Finisherliste dieser skurrilen Idee noch nicht allzuviele deutsche Namen vertreten waren, wurde der Gedanke geboren. Ich will da rein!

Gut. Was steht hinter everesting? Das ist im Prinzip ganz simpel. Die Challenge ist:
– in einer Tour,
– an einem Anstieg,
– durch (stumpfes) hoch und runterfahren
die 8848hm des Mt. Everests zu erklimmen.

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Klingt doch soweit so einfach. Ist es aber nicht. Und um das ganze noch ad absurdum zu treiben, mussten wir uns unbedingt im Februar daran versuchen. Im Schnee. Bei Minusgraden. Und mit Fatbikes. Scheitern vorprogrammiert. Aber nichts gegen zu viel Ego oder eine etwas breitere Brust.

Am Ende sind wir mit den Fattys ganze 5 mal den Brocken hochgefahren. Das sind knapp 3000hm gewesen und etwa 109km. Das ganze bei herrlichem Winterwetter. Denn die Gegend rund um schierke präsentierte ein winterwonderland – das hätte für mindestens zwei Wochenenden gereicht. Leider haben wir am Samstag dann auch noch etwas verpennt und saßen erst kurz nach acht und nicht schon um sieben auf den Rädern und so stand die Sonne schon etwas höher.

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Die ersten zwei Auffahrten waren auch noch sehr ruhig. Die erste Brockenbahn kam so gegen 10 oben an. Und mit ihr gefühlte Millionen Fußgänger, die die Straße zur Fußgängerzone erklärten. Dazu ein Haufen Bilder von uns schossen, über die Räder staunten und uns gelegentlich anhielten und ausfragten. Der nicht vorhandene Zeitplan geriet so immer mehr in Verzug.

Kurz nachdem ich den Brockenstein dann das vierte mal abklatschte (die Fußgänger standen Schlange um sich davor zu fotografieren) riss mir dann auch noch die kette. Shit. Motivation am Ar***und so langsam ist auch noch das Wetter umgeschwungen. Nach dem Motto: Kettenfrei und Spass dabei habe ich irgendwie runtergeschafft und die Zwangspause zum aufwärmen und Bilder sichten in der Pension genutzt. CuBe hatte glücklicherweise noch ein passendes Kettenschloss dabei. Das Rad konnte also gefixt werden und so ging es direkt wieder hoch. Das letzte mal. Das wussten wir da aber noch nicht. Etwa auf 850hm waren die Wolken dann so dicht, dass die Wassertröpfchen direkt auf Kleidung, Helm und Brille gefroren sind. Bergauf. Bei 6km/h. Dazu stürmte es ganz nett auf dem Gipfel (15kg bepacktes Fatbike wehten umher). Das ganze ist bergan nicht kritisch, bei Tempo 50 bergab ist so eine eingeschränkte Sicht aber ziemlich unschön.

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So haben wir die Vernunft der Unvernunft vorgezogen und sind nach heißer dusche in die brockenstube eingefallen. Der Wirt hat uns auch noch wiedererkannt, als die zwei Typen mit den komischen Rädern. Gab dann einen schierker Feuerstein aufs Haus, für unsere Verrücktheit.

Am Sonntag gab’s dann noch eine entspannte runde und ein wildes hin und her. Irgendwie haben wir es geschafft, bekannte aus dem ibc zu treffen und sind mit denen umhergecruist. Leider waren sie etwas schmal bereift und so waren die Wege etwas eingeschränkt… 

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Abschließend kann ich sagen – everesten ist bei mir sicherlich drin.  An Motivation und Kraft fehlt es nicht unbedingt. Allerdings habe ich für mich aus der Aktion ein paar wichtige Ideen mitgenommen, für den nächsten Anlauf. Und der kommt. So sicher wie das Amen in der Kirche.

Noch ein paar Stat’s zum Wochenende:
Ca. 182km
Ca. 4.400hm
Im Schnitt etwa – 5°C
Die odlo wintermützen stoßen bei Tempo 50 um – 9°C an ihre Grenzen.

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